Erschienen in QZ, Qualität & Zuverlässigkeit 1/2007 Batterien in digitalen Handmessgeräten: Kleiner Knopf – großer Kostenfaktor Betriebliche Kostenfallen verstecken sich mit Vorliebe in leicht zu übersehenden, unscheinbaren Details. In diesem Fall sind sie rund, silbrig glänzend und gut verpackt: Knopfbatterien in digitalen Handmessgeräten. Vom Anwender werden sie fast nie beachtet. Doch letztlich sind sie es, die zu einem erheblichen Teil die Wirtschaftlichkeit eines Geräts mitbestimmen – und zwar weit mehr als dessen Kaufpreis. Die zentrale Frage ist, wie lange so ein winziges „Kraftwerk“ den Energiebedarf des Messgeräts zu stillen vermag – und wie häufig es während dessen Gesamtlebensdauer ausgetauscht werden muss. Das wiederum hängt nicht von der Knopfbatterie selbst ab, sondern allein von der Konstruktionsweise des digitalen Handmessmittels. Doch dazu später. Zunächst einmal ist es interessant, die Begleitumstände eines Batteriewechsels näher zu betrachten. Digitale Handmessgeräte – also Messschieber, Messuhren oder Bügelmessschrauben – werden meist bereits mit einer Batterie ausgeliefert. Als Austauschteil kostet eine Knopfbatterie mit etwas über drei Euro später sicher auch nicht die Welt, selbst wenn man keineswegs von einem Cent-Artikel reden kann. Wo also liegt das tatsächliche Problem? Es steckt in den sogenannten kalkulatorischen Kosten, dem Zeitverlust beim Austauschen einer Batterie. Teure Tauschgeschäfte Nehmen wir einmal an, die Energiequelle eines digitalen Messschiebers versiegt. In der Praxis hat der Benutzer dann wohl selten die benötigte Austauschbatterie unmittelbar zur Hand. Sie muss stattdessen im Magazin besorgt werden. Der Werker unterbricht also seine Arbeit, informiert eventuell noch seinen Vorgesetzten und macht sich auf den Weg zum Lager. Das dauert vielleicht zehn Minuten. Dort wird ihm der Magazinverwalter vermutlich ein entsprechendes Anforderungsformular vorlegen und sich nach dem Gegenzeichnen auf den Weg zur richtigen Schublade machen. Weitere fünf Minuten verstreichen so, bis die neue Knopfzelle auf der Ausgabetheke liegt. Zügigen Schrittes geht es dann für den Werker zurück an den Arbeitsplatz, wo er den frischen Silberling in den digitalen Messschieber einsetzt – macht nochmal fünf Minuten. Insgesamt sind für den Batteriewechsel also 20 Minuten verstrichen. Bei einem Stundensatz für Fachpersonal von 45 Euro ist somit ineffiziente Zeit im Gegenwert von 15 Euro vergangen. Und das ist noch längst nicht alles. Denn zum teuren Zeitverlust des Mitarbeiters addiert sich in vielen Fällen auch noch eine Maschinenausfallzeit. Sie lässt sich im Mittel für die 20 Minuten auf etwa elf Euro beziffern. Unterm Strich steht für den Austausch der Knopfbatterie demnach eine Summe von rund 29 Euro – zusammengesetzt aus dem Materialpreis der Batterie sowie den kalkulatorischen Kosten für den Arbeitszeitverlust des Anwenders und die Maschinenausfallzeit. Wie eingangs des Beispiels erwähnt, gilt es für den Austausch der Batterie an einem digitalen Messschieber – und ist damit noch vorteilhaft gerechnet. Weitaus zeitaufwändiger und somit deutlich teurer ist der Batteriewechsel oft bei Messuhren, da sie häufig in Messvorrichtungen oder in Maschinen eingepasst sind. In solchen Fällen muss ein erheblicher Mehraufwand für den Aus- und Wiedereinbau kalkuliert werden. Schließlich ermüden in Konfigurationen mit mehreren eingebauten Messuhren auch nicht alle Knopfbatterien gleichzeitig, sodass es immer wieder nötig wird, den Arbeitsfluss für einen Austausch zu unterbrechen – mit spürbaren Auswirkungen auf die Maschinenausfallzeit. Doch zurück zu der im Gegensatz dazu noch günstigen Modellrechnung für den Knopfzellenaustausch am digitalen Messschieber, die mit 29 Euro zu Buche schlug – und damit zum Thema Lebenszeit von Knopfzellen und Handmessgeräten. Lebensdauer bestimmt die Kosten Geht man von einem Zweischichtenbetrieb und 210 Arbeitstagen im Jahr aus, beträgt die Lebensdauer eines gängigen, qualitativ hochwertigen digitalen Messschiebers durchschnittlich drei Jahre. Insgesamt absolviert er also eine Dienstzeit von gut 10.000 Stunden. Die Knopfbatterie in einem solchen digitalen Messschieber mit normaler Technik ist im Mittel nach 4.000 bis 5.000 Betriebsstunden erschöpft. Während der Messschieber-Lebenszeit ist folglich mindestens ein Batteriewechsel erforderlich – mitunter sogar ein zweiter. Der Kostenaufwand dafür liegt – wie berechnet – im günstigsten Fall bei 29 Euro, im ungünstigen bei 58 Euro. Umgerechnet aufs Jahr macht das 9,66 Euro beziehungsweise 19,33 Euro. Also nur Kleingeld, Peanuts? Das mag bestenfalls für den Handwerksbetrieb gelten, der ein paar Handmessgeräte im Einsatz hat. Doch bereits in mittelständischen und erst recht in größeren Unternehmen nimmt die Rechnung ernstzunehmende Dimensionen an. In einem Betrieb mit 500 Mitarbeitern können gut und gern 100 digitale Messschieber im Einsatz sein. Dort werden aus den „Peanuts" somit Beträge zwischen 966 und 1.933 Euro pro Jahr! Kosten, die sich allerdings komplett vermeiden lassen. Nämlich mit einer besonderen technischen Ausstattung der Handmessmittel: dem Absolute-System. Absolute System: kein Batteriewechsel mehr erforderlich Wie eingangs erwähnt, hängt der Energiehaushalt und der damit verbundene Kostenaufwand eines digitalen Handmessgeräts nicht primär von der eingesetzten Batterie gleicher Bauart ab. Allein bestimmend ist stattdessen die technische Auslegung des Geräts. Völlig hinfällig wird ein Batteriewechsel sogar durch das vom Messgerätehersteller Mitutoyo entwickelte und patentierte Absolute System (ABS). Durch seinen minimalen Energiebedarf beschert es der Knopfzelle in einem digitalen Standard-ABS-Messschieber eine Batterielebensdauer von 20.000 Stunden. Das ist vier- bis fünfmal länger als in einem gängigen Gerät. Und bringt genug Energie für eine theoretische Messschieber-Einsatzzeit von weitaus mehr als drei Jahren ohne einen einzigen Batteriewechsel. Geräte mit dem Absolute System können messen, ohne immer wieder am Nullpunkt anfangen zu müssen. Den Rückbezug auf Null stellen sie selbst her und können daher bei jedem Punkt den absoluten Wert der gemessenen Länge anzeigen. Das heißt: Man beginnt nur ein einziges Mal beim Nullpunkt, den das Messgerät selbstständig „im Blick" behält; selbst dann, wenn es zwischenzeitlich ausgeschaltet wurde. Wird es wieder aktiviert, kann man von jedem beliebigen Punkt aus weitermessen – ohne erneuten Start von der Nullposition und absolut fehlerfrei. Vereinfacht ausgedrückt, zählen Absolute-Geräte nicht, sondern sie „wissen" immer, wo sie sich gerade befinden. Sie „begehen" eine Messstrecke nicht wie herkömmliche Produkte, sie „sehen" sie. Daraus resultiert ein komfortables sowie Zeit sparendes und vor allem energiefreundliches Arbeiten unter allen Bedingungen. Die Rechnung geht auf Beim Einsatz von digitalen Handmessgeräten mit Absolute-System werden die Kosten für einen Batteriewechsel also je nach Anwendungsfall auf Null reduziert. Das Sparpotenzial pro Gerät – bezogen auf das Beispiel Standardmessschieber – liegt somit zwischen 29 und 58 Euro. Selbst wenn man den Mehrpreis von ABS-Modellen gegenüber anderen handelsüblichen Messchiebern berücksichtigt, bleiben unterm Strich ein klarer Gewinn und ein dickes Plus in der Energiebilanz – nicht zuletzt auch im Sinne der Umwelt. Denn dass man neben der eigenen Kasse auch noch die Umwelt entlastet, ist ein angenehmer Nebeneffekt: Schließlich hilft man, dem Berg von rund 24 Millionen jährlich in Deutschland verkauften Knopfzellen und den 34 Tonnen entsorgten Primärbatterien ein wenig des erdrückenden Gewichts zu nehmen. Übrigens: Nochmals deutlich energieoptimierter arbeiten die ABS-Standardmesschieber mit Solarfunktion, die ebenfalls von Mitutoyo entwickelt wurden. Sie arbeiten völlig batterieunabhängig und eignen sich vor allem für Messaufgaben, in denen ein weniger häufiger Einsatz als im unmittelbaren Fertigungsbereich gefordert ist.
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